Als ich Horsemanship vor über 20 Jahren für mich entdeckte, war ich glücklich. Die Sprache der Pferde verstehen und sprechen zu können (wenn auch gebrochen) führte zu einer wunderbaren Beziehung zwischen den Pferden und mir. Ich begann zu unterrichten und Pferde zu trainieren und konnte dadurch erheblich dazu beitragen, dass die Beziehung zwischen Menschen und ihren Pferden glücklicher wurde.

Doch irgendwann merkte ich, dass ich einen Aspekt in der Beziehung zu den Pferden völlig ausser acht gelassen hatte. Pferde hatten immer einem Zweck zu dienen. Ordentlich und ausgiebig reitbar mussten sie sein. Das war aber nicht immer harmonisch. Oft genug wollte mein Pferd etwas völlig anderes als ich, und ich habe es ignoriert oder bestraft – so, wie man das halt in Reitschulen lernt.

Dann kam El Niňo. Er konnte dem Druck nicht standhalten. Plötzlich erkannte ich, dass dieses unschöne, depressive Pferd mein Werk war, das Ergebnis meiner Arbeit. Sofort habe ich das Ruder herumgerissen. Ich erkannte, dass die Ursache für Niňos offensichtliche Depression (neben seiner körperlichen Probleme) meine Gefühle waren, die ich für ihn hatte, vor allem meine Unzufriedenheit und meine Wut über die Gesamtsituation.  (Mehr erfahren >>)

Ich hörte ihm fortan nicht nur zu, sondern übte mich darin herauszufinden, welche Art Beschäftigung er mag und wann es genug ist. Meine eigenen Ziele und Wünsche traten dabei in den Hintergrund.

Das hatte eine faszinierende Wirkung. Nino blühte wieder auf.

Und ich lernte dabei jede Menge, über Pferde und über Menschen:

  • Pferde wollen Spass haben in der Zusammenarbeit mit dem Menschen. Ich auch. Diese Momente und diese Gefühle sind wunderschön. Dafür habe ich Pferde, damit ich solche Momente erlebe.
  • Pferde wollen freiwillig kooperieren. Sie mögen es nicht, wenn an ihrem Kopf gezogen wird. Je weniger ich im Umgang oder imTraining den Zug am Kopf einsetze, desto williger und leistungsbereiter werden sie.
  • Um auf den Zug am Pferdekopf weitestgehend verzichten zu können, brauche ich das Wissen um die Pferdesprache und Kontrolle über meine eigene Körpersprache.
  • Die Pferdesprache besteht aus Bewegungen, die Gefühle und Bedürfnisse zum Ausdruck bringen. Auch die menschliche Körpersprache besteht aus Bewegungen, die Gefühle und Bedürfnisse zum Ausdruck bringen.
  • Um meine eigene Körpersprache kontrollieren und zielgerichtet einsetzen zu können, muss ich mich mit meinen Gefühlen, meinen Bedürfnissen und meinem Ego auseinandersetzen, bewusst wahrnehmen und hinterfragen.
  • Wenn ich eine harmonische Beziehung zu meinem Pferd haben will, dann entwickele ich meine Persönlichkeit und gebe mich nicht zufrieden damit, wie ich gerade bin. Mein Pferd ist mein Coach. Das ist das Geschenk, das Pferde für uns Menschen haben – Der Weg des Pferdes.

 

HORSEMANSHIP IS THE ART OF MASTERING OUR OWN MOVEMENTS, THOUGHTS, EMOTIONS AND BEHAVIOUR. NOT THE HORSES.

  –  Mark Rashid

 

Die Menschen, die zu mir kommen, wollen eine harmonischere, angstfreie Beziehung zu ihren Pferden. Sie suchen auf der Gefühlsebene.

In meinen Trainings unterrichte ich eine Methode mit aufeinander aufbauenden Lektionen. Jede Lektion besteht aus einer Bewegung/Geste und dem Ausdruck, der in die Bewegung gelegt wird. Die Kenntnis der Pferdesprache und das Erlernen der Gesten führt bereits zu wunderbaren Erfolgen. Der schwierigere Teil ist der Ausdruck. Wie kann ich den Ausdruck einer Geste verändern? Ich muss meine Gefühle verändern.

Immer wieder kommen Menschen im Zusammensein mit ihrem Pferd an einen Punkt, an dem sie unzufrieden sind und nicht mehr weiter kommen. Die Entwicklung stagniert. Sie sind ausserstande eine bestimmte Bewegung des Pferdes abzufragen. Gefühlte hundert mal üben hat nicht gereicht. Die eigene Persönlichkeit steht im Weg. Heute umfasst mein Angebot nicht nur Horsemanship, sondern auch begleitendes Coaching durch HHC – Hüther Horse Coaching.

Und El Niňo coacht nicht mehr nur mich, sondern jeden, der gerne möchte. Auf seine charmante Art und Weise, voller Vertrauen, verzaubert er jeden – mit zarten unaufdringlichen Hinweisen.

Mein Kleiner Onkel hat auch Spass daran Coach zu sein. Allerdings sind seine Worte laut und unmissverständlich – eine ständige Herausforderung an die eigene Präsenz.

Es ist eine so wunderbare Reise. Es eröffnen sich ungeahnte Welten!